Alkalische Phosphatase

Funktion

Obwohl alkalische Phosphatasen im menschlichen Organismus weit verbreitet sind, konnte ihre genaue Rolle in unserem Stoffwechsel noch nicht völlig erschöpfend geklärt werden. Wie alle Enzyme, katalysieren alkalische Phosphatasen biochemische Reaktionen und spalten in vielen Nukleotiden und Proteinen Phosphorsäureester in Phosphat und Alkohol.

Der Name legt nahe, dass Phosphatasen am effektivsten in einem alkalischen Milieu arbeiten, das bedeutet in einem pH-Wert, der größer ist als 7,0.

Referenzbereich

Der Anteil an alkalischen Phosphatasen im Blut wird angegeben in U/l, “Units per litre“. Bei erwachsenen Männern liegt dieser AP-Wert zwischen 40 und 130 U/l, bei Frauen zwischen 35 und 105 U/l. Diese Referenzwerte liegen bei Kleinkindern und Jugendlichen deutlich höher und können bis 390 U/l reichen. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, dass Kinder einen deutlich höheren Grundumsatz haben als Erwachsene, weil ihr Knochenstoffwechsel höher ist. Auch bei Schwangeren gelten aufgrund des Anstiegs des plazentaren Isoenzyms andere Referenzwerte. Die Einnahme bestimmter Medikamente kann einen AP-Wert ebenfalls erhöhen.

Diagnostik

Im menschlichen Körper existieren 15 verschiedene Isoenzyme der alkalischen Phosphatasen, die nach den Geweben klassifiziert werden, in denen sie vorkommen: Keimzell-AP, Dünndarm-AP und Plazenta-AP. Weitere Phosphatasen finden sich in der Leber, den Nieren oder den Knochen. Bei bestimmten Krankheiten gelangen vermehrt alkalische Phosphatasen ins Blut; daher können sie in der medizinischen Diagnostik als Indikatoren nutzbar gemacht werden für Erkrankungen der Galle und der Leber sowie bei Veränderungen des Stoffwechsels der Knochen.

Krankheitsbilder

Erhöhte Konzentrationen alkalischer Phosphatasen weisen meist auf eine Leberentzündung (Hepatitis) hin.

Erhöhte Konzentrationen alkalischer Phosphatasen weisen meist auf eine Leberentzündung (Hepatitis) hin.

Erhöhte Konzentrationen alkalischer Phosphatasen weisen meist hin auf Entzündungen der Gallenwege, akute oder chronische Leberentzündung (Hepatitis), Krebs oder Metastasen in der Leber. Morbus Paget, eine seltene Krankheit mit vermehrtem Knochenumbau und -anbau, Knochenkrebs, oder auch Frakturen können durch die AP-Werte diagnostiziert werden, wie auch andere bösartige Tumoren.

Erniedrigte AP-Werte sind überaus selten und oft nur Begleiterscheinung einer Schilddrüsenerkrankung oder Symptom des seltenen genetischen Defekts Morbus Wilson, bei dem Kupferstoffwechsel der Leber so gestört ist, dass über die Galle zu wenig Kupfer ausgeschieden wird, welches sich dann ansammelt in der Leber, dem zentralen Nervensystem oder dem Auge.

Biochemie

Auch die Biochemie hat sich die alkalischen Phosphatasen dienstbar gemacht und nutzt sie für Nachweise von bestimmten Substanzen, meist Proteinen. Bei dem “Western Blot” oder “Immunoblot” genannten Verfahren werden AP zum Färben von Antikörpern verwendet. Dieses Verfahren hilft, Antigene im Serum aufzuspüren, die für bestimmte Infektionskrankheiten relevant sind.

Der ELISA-Test zur Diagnostizierung von HIV-Infektionen wird ebenfalls mit Hilfe alkalischer Phosphatasen durchgeführt. Fällt ein ELISA-Test positiv aus, wird dem Patienten der Befund jedoch erst mitgeteilt, wenn auch der anschließende Western-Blot-Test ein positives Ergebnis liefert. Durch dieses Verfahren können HIV-Infektionen mit einer Genauigkeit von 99,9% bestimmt werden.

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